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historischer Roman aus Uri - die Urgrossmutter

"Mädchenträume"
Band 1 des historischen Romans
"Die Urgrossmutter"  

Ein Mädchenleben in Flüelen, Uri, zwischen 1858 und 1875

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Flüelen im 19. Jahrhundert - noch ohne Axenstrasse und Gotthardbahn

Der historische Roman Mädchenträume erzählt die Geschichte eines Mädchens, das in einer Welt aufwächst, in der es „nur ein Mädchen“ ist. Es ist eine Welt für Buben und Männer.

Sie ist das zweitälteste von sechzehn Kindern, immer im Schatten des älteren Bruders, der sie schikaniert, weil er es kann, weil man es damals durfte und weil niemand hinschaute. Sein Verhalten steht stellvertretend für den Zeitgeist, der Mädchen und Frauen für unmündige Wesen hielt. Deswegen waren sie bevogtet.

Während die Brüder Berufe lernen und gefördert werden, soll sie sich mit dem abfinden, was für Mädchen vorgesehen ist: helfen, schweigen, heiraten. Daher bleibt ihr Berufswunsch lange Zeit nur ein Traum.

Doch sie hat einen scharfen Verstand, der sich nicht bremsen lässt. Sie vermag einen Schicksalsschlag zu ihren Gunsten zu drehen.

Wie lebte ein Mädchen in einer kinderreichen Familie im 19. Jahrhundert?

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Als älteste Schwester kümmerte sich die Progagonistin um ihre jüngeren Geschwister.

In meinen Recherchen bin ich immer wieder auf denselben Sachverhalt gestossen: Mädchen waren Arbeitskräfte. Meistens unterstützten sie ihre Mutter, kümmerten sich um jüngere Geschwister, halfen in Haus und Garten.

Auch meine Protagonistin trägt früh Verantwortung. Sie hilft nicht nur im Haushalt, sie hilft sogar dem Vater bei seinen schriftlichen Arbeiten. Er führt eine Sägerei, handelt mit Holz. Sie schreibt für ihn Rechnungen und Briefe. Sie tut es aus eigenem Antrieb, weil sie sich für Zahlen interessiert. Und weil sie es kann.

Sie wird auch zu Verwandten geschickt, die gerade Unterstützung brauchen, so wie es im 19. Jahrhundert üblich war, denn nicht in jeder Familie gab es eine Grossmutter zum Betreuen der Kinder. 

Diese Mischung aus Pflicht und heimlichem Können ist der Kern ihrer Entwicklung.

Bildungsmöglichkeiten für Mädchen in Uri im 19. Jahrhundert

Eine Mädchenklasse mit Klosterfrauen

Eine Mädchenklasse zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch eine Generation früher wurden Mädchen oft von Klosterfrauen unterrichtet.

In Uri gab es im 19. Jahrhundert fast keine weiterführenden Schulen für Mädchen. Nach der Primarschule konnten sie zwar eine Sekundarschule besuchen, aber die drehte sich ausschliesslich um weibliche Handarbeiten. Für eine weiterführende Schule mussten sie in ein Institut oder in eine Stadt. Das konnten und wollten sich einfache Familien für ihre Töchter nicht leisten. Die sollten heiraten und Kinder kriegen.

Meine Protagonistin lernte autodidaktisch, fand Mittel und Wege, um ihren Wissensdurst zu stillen. 

Berufe, die einer jungen Frau offenstanden, gab es nicht viele. Buchhalterin gehörte nicht dazu. Ein Unternehmen zu führen war schier unmöglich, denn nur Männer durften Verträge abschliessen, konnten Kredite aufnehmen oder selbstständig handeln.

Trotzdem schaffte es meine Urgrossmutter, weil sie ihren Traum nicht begraben wollte. Ihr Lebensweg ist für das 19. Jahrhundert sehr ungewöhnlich.

Wie der Bau der Axenstrasse das Leben in Flüelen veränderte

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Die Axenstrasse und die Gotthardbahn um ca. 1882. Sie verbinden Uri mit dem Norden der Schweiz auf dem Landweg.

Seit Jahrhunderten war Uri von Norden her nur über den See erreichbar. Die Axenstrasse verband den Kanton nun auf dem Landweg mit Luzern oder Zürich. Die neue Strasse führte über das Grundstück der Familie am Gruonbach und veränderte deren Leben für immer.

Im Staatsarchiv stiess ich auf Prozessakten. Mein Ururgrossvater verlangte vom Kanton, die Brücke über den Gruonbach müsse anders konstruiert werden. Er verlor durch alle Instanzen, weil ihm niemand glaubte und die "Experten" aus Glarus bestätigten, alles habe seine Richtigkeit.

Tragischerweise erhielt der Sägereibesitzer trotzdem Recht. Bei einem Unwetter geschah genau das Unheil, vor dem er immer gewarnt hatte. 

Historische Ereignisse in Europa prägten zwischen 1858 und 1875 auch Uri

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Ungefähr 87'000 verwundete Soldaten wurden nach dem Deutsch-Französischen Krieg von der Schweiz aufgenommen und gepflegt.

MHM55, CC BY-SA 4.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0>, via Wikimedia Commons

Die politischen Umwälzungen und Kriege, die Europa erschütterten, warfen ihre Schatten bis in das kleine Dorf Flüelen. Kriege erforderten Grenzschutz, sodass hunderte Männer zum Dienst gerufen wurden und die Frauen alleine zurechtkommen mussen. Die Kriege liessen Brotpreise in die Höhe schnellen, verbreiteten Angst, brachten den aufkeimenden Tourismus zum Erliegen.

Die kinderreiche Familie musste zwar nicht hungern, aber lebte sehr einfach. Als 600 verwundete Soldaten der Bourbaki-Armee nach Altdorf kamen, meldete sich die Protagonistin freiwillig zum Dienst. Sie verliebte sich in einen Franzosen. Aber er musste nach wenigen Wochen Uri wieder verlassen. 

Die Menschen damals mussten sich ständig an neue Begebenheiten anpassen. Sie können uns mit ihrem Erfindergeist heute noch inspirieren. 

Der Schicksalsschlag wird zur Chance

Die Familie verlor das Haus und den Sägereibetrieb, musste sich ganz neu organisieren. Der Vater befand, es habe nun keinen Platz mehr für die inzwischen erwachsene Tochter bei den Eltern. Er wirft sie hinaus. Am Tiefpunkt ihres jungen Lebens eröffnet sich jedoch eine unerwartete Möglichkeit. Die Protagonistin ist mutig, ergreift die Chance, die sich ihr bietet. 

Wie die Geschichte weitergeht, erfahren Sie im Roman Schicksalswendungen.

Themen, die mich beim Schreiben begleitet haben

Mädchenträume ist ein Roman über:

  • das Verfolgen von eigenen Interessen, auch wenn das Umfeld das nicht will

  • Stärke, die durch Handeln entsteht, das sich nicht bremsen lässt

  • das Finden von Lösungen, wenn es keine gibt

  • Mut, der im Verborgenen wächst

Es ist die Geschichte eines Mädchens, das sein Leben selbst in die Hand nimmt und dem Schicksal die Stirn bietet. Die junge Frau ist kein Opfer, auch wenn ihr Unrecht geschieht und sie keine Anerkennung für ihre Leistung erhält. Ihr Mut und ihr Durchhaltewillen vermögen uns bis heute zu beeindrucken.

Cover Historischer Roman Die Urgrossmutter Band 1 Mädchenträume von Eva-Maria Müller

Buchdaten

  • Autorin: Eva-Maria Müller

  • Umfang: 488 Seiten

  • Historischer Roman

  • Erzählzeit: 1858 – 1875

  • gebundene Ausgabe

  • Fr. 34.90

Urnersee mit Bergen im Hintergrund

Möchten Sie mehr über die Autorin Eva-Maria Müller erfahren? In einem Interview spricht sie über den Hintergrund ihres historischen Romans.

Hier erfahren Sie mehr über die Autorin.

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