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historischer Roman aus Uri - die Urgrossmutter

Schicksalswendungen 
Band 2 des historischen Romans
"Die Urgroßmutter"

Fortsetzung des Romans "Mädchenträume"

Der historische Roman Schicksalswendungen erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die davon träumt, ein Hotel zu führen. Ihr Schwiegervater hatte ihr dieses Versprechen vor der Hochzeit gegeben. Doch kaum ist sie verheiratet, gilt sein Wort nichts mehr.

Eine junge Wirtin in Uri zwischen 1875 und 1892

Die Urgrosseltern um 1886 mit 6 von 7 Kindern. Sie musste Familie und Unternehmertum ohne externe Hilfe verbinden.

Endlich ist der grosse Traum Wirklichkeit geworden, das jedenfalls glaubt die Protagonistin. Doch statt Unterstützung begegneten ihr Misstrauen und Widerstand. Lieferanten wollten mit einer Frau keine Geschäfte abschliessen, der Pfarrer betrachtete ihre Selbstständigkeit kritisch, im Dorf traute man ihr die Aufgabe nicht zu. Dabei besass sie alles, was eine Unternehmerin braucht: Organisationstalent, Weitblick und Durchhaltewillen.

Sie wurde Mutter von neun Kindern, von denen zwei ganz jung starben. Sie kämpfte um ihren Platz in einer Männerwelt und versuchte, ihren Traum trotz Rückschlägen nicht aufzugeben. Doch das Schicksal stellte sie immer wieder vor neue Prüfungen.

Geburt des ersten Kindes im katholischen Uri des 19. Jahrhunderts

Urgrossmutter mit ihren Kindern um 1902.jpg

Die Urgrossmutter mit ihren Kinder und Hotelpersonal um 1902, als sie schon Witwe war.

Im 19. Jahrhundert waren Schwangerschaft und Geburt eng mit Religion und gesellschaftlichen Erwartungen verbunden. Eine werdende Mutter war auf die Erfahrung der Hebamme angewiesen. Medizinische Hilfe stand nur selten zur Verfügung. Wie pflegten die Frauen ihre Säuglinge? 

Auch meine Protagonistin erlebte eine schwere Geburt. Während sie erschöpft im Kindbett lag, wurde das Neugeborene sofort getauft. Das war damals ein selbstverständlicher Brauch, weil viele Säuglinge die ersten Lebenstage nicht überlebten.

Die Freude über das Kind blieb aus. Der Schwiegervater sah in der Enkelin keinen Stammhalter und warf der jungen Mutter vor, "nur ein Mädchen" geboren zu haben.

Erst Wochen später durfte sie nach dem damaligen Brauch wieder an einem Gottesdienst teilnehmen. Bei der Aussegnung wurde sie feierlich wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Das Ritual war beschämend für die junge Mutter. 

Eine Unternehmerin in einer Männerwelt

Werbepostkarte für das Hotel in Flüelen mit Axenstrasse und Vierwaldstädtersee

Werbepostkarte für das Hotel in Flüelen. Auch als Witwe leitete es die Protagonistin erfolgreich.

Im 19. Jahrhundert waren verheiratete Frauen durch ihre Ehemänner bevogtet, d. h. sie waren von ihnen abhängig. Verträge abzuschliessen, Kredite aufzunehmen oder einen Betrieb eigenständig zu führen, war für sie nicht vorgesehen.

Dennoch wollte meine Protagonistin, das Hotel selbst leiten. Sie musste sich das Vertrauen von Lieferanten, Gästen und Dorfbewohnern erst erarbeiten. Was bei einem Mann selbstverständlich gewesen wäre, musste sie täglich neu beweisen.

Als sie sich endlich Respekt verschafft hatte, wurde sie schwer krank. Ausgerechnet in dem Moment, in dem ihr Traum Wirklichkeit zu werden schien, war sie gezwungen, das Hotel zu verpachten.

Die Gotthardbahn verändert das Leben in Flüelen

Gotthardbahn in Flüelen nach 1882 - Postkarte für Touristen

Die Gotthardbahn in Flüelen nach 1882. Nach der Eröffnung brach der Tourismus in Uri ein.

Flüelen war zur Zeit des Bahnbaus der wichtigste Umschlagplatz für tausende Tonnen Baumaterial. Hier trafen per Schiff Maschinen, Schienen und Baulokomotiven ein, die zu den Baustellen weitertransportiert wurden.

Bei meiner Recherche staunte ich, was sich in Flüelen alles zugetragen hat: Gleisanlagen versanken im See, die Brücke über den Gruonbach wurde weggespült. es gab Unfälle mit Dynamit, die Bauarbeiter wurden schlecht behandelt. Der Bahnbau war ein technisches Meisterwerk, brachte den Anwohnern aber auch erhebliche Probleme.

Nach der Eröffnung durchschnitt die Bahnlinie das Dorf und trennte viele Hotels vom Seeufer. Gleichzeitig veränderten sich die Reisegewohnheiten grundlegend. Wo früher Reisende übernachteten, fuhren nun viele ohne Halt weiter Richtung Süden.

Der Tourismus in Flüelen im 19. Jahrhundert

Flüelen von Joseph_Mallord_William_Turner_Cleveland_Museum_of_Art.tif.jpg

Viele Berühmtheiten besuchten Flüelen, nicht nur William Turner, auch Queen Victoria oder König Ludwig von Bayern.

Über Jahrhunderte war Flüelen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier wechselten Reisende vom Schiff auf die Postkutsche und verbrachten oft eine Nacht im Dorf. 

Viele Berühmtheiten besuchten den Vierwaldstädtersee. Unter ihnen war Queen Victoria, die nicht nur die neue Axenstrasse erkundete, sondern dort auch Bilder malte. 

Auch der Bayernkönig Ludwig II. besuchte den Urnersee oft und wollte sogar das Rütli kaufen.

Mit der Gotthardbahn änderte sich dies grundlegend. Die Reise nach Italien wurde schneller und bequemer. Viele Gäste blieben nicht mehr in Uri, sondern reisten direkt weiter bis an die italienischen Seen oder ans Meer.

Während neue Berufe rund um die Eisenbahn entstanden, verloren zahlreiche Gastbetriebe und Fuhrhalter ihre bisherige Existenz. Der wirtschaftliche Wandel traf viele Familien unmittelbar. Auch meine Protagonistin hatte zu kämpfen.

Europa im Umbruch und die Auswirkungen für die Zentralschweiz

Die Nähmaschine trug in den 1880er Jahren wesentlich zum Frauenerwerbseinkommen bei.

Die Zeit zwischen 1875 und 1892 war von tiefgreifenden Veränderungen geprägt. Die Eisenbahn veränderte Europa und die Schweiz. Die Industrialisierung brachte neue Güter, eröffnete neue Möglichkeiten, zerstörte aber auch ganze Berufszweige.

 

So erleichterte z. B. die Erfindung der Nähmaschine das Leben der Frauen. Sie ermöglichte es Hausfrauen einen Nebenerwerb zu finden. Das tat auch die Schwägerin der Protagonistin. Aber die Nähmaschine bedeutete auch Konkurrenz für die Schneiderinnen.

Die erste grosse Verfassungsrevision von 1874 brachte für die Frauen kaum Neuerungen. Einzig die eingeführte Zivilehe ermöglichte nun eine Scheidung, auch in katholischen Kantonen. Aber sonst blieben die Forderungen der Frauenbewegung noch ungehört.

Die Bevölkerung musste sich immer wieder an neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen anpassen. Auch die Urgrossmutter hatte sich inmitten dieser Schwierigkeiten zu bewähren.

Themen, die mich beim Schreiben begleitet haben

Schicksalswendungen ist ein Roman über:

  • den Mut, den eigenen Weg trotz Schuldgefühlen und Widerständen zu gehen

  • die Schwierigkeit, gleichzeitig für die Familie und für das Unternehmen Verantwortung zu tragen

  • Versprechen, die gebrochen werden und Hoffnungen, die nicht erfüllt wurden

  • Ungerechtigkeiten, die Frauen ertragen mussten

  • Durchhaltewillen in Zeiten persönlicher Schicksalsschläge

 

Es ist die Geschichte einer Frau, die sich ihren Platz in einer Welt erkämpfen muss, in der Unternehmerinnen nicht vorgesehen waren. Sie scheiterte nicht an mangelndem Können, sondern immer wieder an den gesellschaftlichen Grenzen ihrer Zeit. Gerade deshalb wirkt ihr Lebensweg bis heute erstaunlich modern und vermag uns zu inspirieren.

Cover Historischer Roman Die Urgrossmutter Band 2 Schicksalswendungn von Eva-Maria Müller

Buchdaten

  • Autorin: Eva-Maria Müller

  • Umfang: ca. 512 Seiten

  • Historischer Roman

  • Erzählzeit: 1875 – 1892

  • gebundene Ausgabe: Fr. 34.90

  • E-Book (PDF oder ePub): Fr. 15

Hier können Sie einen Blick ins Buch werfen und eine Leseprobe geniessen.

Urnersee mit Bergen

Möchten Sie mehr über die Autorin Eva-Maria Müller erfahren? In einem Interview spricht sie über den Hintergrund ihres historischen Romans.

Hier erfahren Sie mehr über die Autorin.

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