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Ahnenforschung - Drei wertvolle Tipps, wie Sie mehr über Ihre Vorfahren erfahren

vor 10 Minuten
4 Min. Lesezeit

Im letzten Artikel habe ich darüber berichtet, wie wichtig das Erforschen meiner Ahnen, vor allem der mütterlichen Linie, für mich war und ist. Hier geht es um die Frage: wie findet man Information zu seinen Vorfahren?


  1. Tipp: Digitalisierte Stammbäume erleichtern die Ahnenforschung


Ich hatte Glück...

Ich wusste fast nichts über meine Vorfahrinnen und Vorfahren. Aber ich hatte das Glück, dass sich verschiedene Verwandte für ihre Familie interessiert und bereits dazu geforscht hatten. So musste ich nicht bei null anfangen, sondern konnte von deren Arbeit profitieren.


Sowohl auf mütterlicher als auch auf väterlicher Seite hatten schon verschiedene Leute Chroniken erstellt. Darin erfuhr ich die unterschiedlichsten Geschichten. Wichtig war dabei auch, dass es bereits Stammbäume gab, auf deren Grundlage ich aufbauen konnte.


Digitalisierte Stammbäume

In der heutigen Zeit ist vieles sehr viel einfacher geworden. Für beide Projekte, dasjenige aus Uri und das aktuelle aus Glarus, konnte ich auf digitale Stammbäume zurückgreifen. Freiwillige hatten in stundenlanger, unbezahlter Arbeit bereits Kirchenbücher entziffert und die Ergebnisse online zugänglich gemacht. Ohne sie wären meine Bücher nicht möglich.


Für Uri ist es die Website www.urnergeschlechter.ch. Dort sind bereits etwa 200 der 300 Urner Geschlechter erfasst. Man kann die väterlichen und mütterlichen Linien über mehrere Generationen verfolgen und sieht, wo sich Linien kreuzen. Man kann verfolgen, was aus den Geschwistern wurde, wen die geheiratet haben und so weiter.


Für Glarus ist es Patrick Wild, der Glarner Geschlechter unter https://gw.geneanet.org/pwild1? zugänglich macht. Auch da konnte ich mich durch zahllose Datensätze klicken. Er schreibt zudem einen lesenswerten Blog, wo ich ebenfalls vieles zu den Glarner Familien fand.


Üblicherweise sind auf einem Stammbaum nur wenige Daten vermerkt: Geburt/ Taufe, Heirat, Geburt der Kinder und Tod. Manchmal findet man einen Beruf, selten eine Todesursache, manchmal waren auch Ausschnitte aus dem Amtsblatt erwähnt. Trotzdem enthüllten sie nach und nach so etliche Geheimnisse.


Auf diesen beiden Websites bin ich stundenlang gesurft, habe mich rauf und runter geklickt und sah so allmählich Zusammenhänge. Ich verglich z. B. das Datum der Hochzeit mit demjenigen des ersten Kindes. Da fehlten oft ein paar Monate... Ich entdeckte, dass die Kinder von Halbgeschwistern heirateten, dass es mehrere unehliche Kinder gab, die in den Chroniken verschwiegen wurden.


Vielen Dank an all die Leute, die diese Daten stundenlang eingetippt und so öffentlich zugänglich gemacht haben!


Wie findet man einen bereits digitalisierten Stammbaum?

Vielleicht haben Sie auch Glück? Es ist heute ein verbreitetes Hobby, nach seinen Vorfahren zu forschen. Darum würde ich als erstes nach bereits digitalisierten Stammbäumen suchen.


Neben regionalen Geschlechter-Websites wie diejenige für Uri gibt es auch genealogische Datenbanken, digitale Kirchenbücher und öffentlich zugängliche Familienforschungsprojekte. Besonders erfolgversprechend sind Angebote, die von lokalen Genealogen, Familienvereinen oder historischen Gesellschaften aufgebaut wurden.


Es gibt auch die Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung, bestimmt eine Anlaufstelle, um zu erfahren, wo es Gleichgesinnte gibt und wer sich allenfalls bereits mit der gesuchten Familie beschäftigt hat.


  1. Tipp: Die Geschichten neben den Geschichten helfen bei der Ahnenforschung

Oft gibt es leider - ob mit oder ohne bereits vorhandenem Stammbaum - wenig Anhaltspunkte zu den Menschen, die damals gelebt haben. Wie also können Sie Ahnenforschung betreiben?


Es ist erstaunlich, wie viel man über die Lebensbedingungen der Vorfahren herausfinden kann. Jeder Fall anders ist, darum muss ich meine Tipps sehr allgemein halten. Hoffentlich helfen Ihnen meine Erkenntnisse, Ihren Ahnen näher zu kommen.


Alte Familienfotos sind oft eine wichtige Quelle beim Erforschen der Ahnen. Meine Urgrosseltern mit ihren Kindern
Ahnenforschung mit alten Familienfotos: Meine Urgrosseltern mit ihren Kindern. Das jüngste fehlt noch. Ca. 1887

In Kreisen denken

Die gesuchten Personen wohnten an einem Ort, sie übten bestimmte Berufe aus, sie erlitten Schicksale, die sie sehr wahrscheinlich mit anderen teilten. Wenn es nicht möglich ist, genau über eine bestimmte Person etwas zu erfahren, dann aber gewiss über einen Ort oder andere Personen, die in derselben Gegend zur selben Zeit gelebt haben. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen.


Sind Ihre Vorfahren beispielsweise geflohen? Hatten sie keine Dokumente?


Sie flohen nicht alleine. Viele Leute erlitten ein ähnliches Schicksal. Irgendjemand hinterliess vielleicht Briefe oder Tagebücher. So erfahren Sie, wie es Flüchtlingen ergangen ist und können erahnen, wie es auch Ihren Vorfahren erging.


Ich habe mir z. B. vorgestellt, wenn meine Urgrossmutter in Flüelen lebte, was geschah dann in jener Zeit? Was sah sie, wenn sie aus dem Fenster blickte?


Der Bau der Axenstrasse und der Gotthardbahn, das waren wichtige Ereignisse damals, die alle Menschen in Flüelen betrafen. Ich konnte nun nicht nur mit den Namen meiner Vorfahren forschen, sondern nach Zeitungsartikeln suchen, die über die Gotthardbahn veröffentlicht wurden. Auch wenn die Urner Zeitungen aus jener Zeit nicht digitalisiert sind, fand ich in anderen Zeitungen sehr viele interessante Geschichten. Die fügte ich dann zusammen, legte manchmal Informationen aus Zeitungsartikeln meinen Romanfiguren in den Mund.


Ich habe über meine Recherche in einem eigenen Artikel berichtet.


Ahnenforschung über eine Ortschaft: Hotel Hirschen in Flüelen, das meine Urgrossmutter führte.
Das Hotel meiner Urgrossmutter.

  1. Tipp: Erkenntnisse aus anderen Regionen

Gerade über die Lebenswelt der Frauen fehlt leider oft grundsätzliche Forschung. Trotzdem gibt es bereits erfreulich viele Historikerinnen, die diesen Schwerpunkt für ihre Arbeiten wählen. Darum suchte ich zum Beispiel nach Themen, nicht nach Orten oder Namen. So fand ich Forschungen aus anderen Kantonen oder anderen Ländern. Wenn die Bedingungen ähnlich waren wie in der von Ihnen gesuchten Gegend, lassen sich Rückschlüsse ziehen.


Zum Beispiel waren gewisse Handwerksbetriebe in unterschiedlichen Gegenden ähnlich aufgebaut. Sie mögen sich in Details unterscheiden, aber im Grossen und Ganzen sind sie vergleichbar.


Fazit

In der Ahnenforschung mag es nicht immer einfach sein, Einzelheiten über das Leben von bestimmten Personen zu erfahren. Aber aus den Umständen in vergleichbaren Dörfern oder Städten lassen sich Rückschlüsse ziehen. Auf diese Weise kommen Sie Ihren Ahnen näher, auch wenn Sie keine direkten Dokumente von ihnen haben.


Quellen

  • Siehe im Artikel oben

  • Als Beispiel, wie viel man über eine Person herausfinden kann, mögen meine Romane dienen: Mädchenträume: Flüelen, 1858-1875

    Schicksalswendungen: Flüelen 1875-1891






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